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Das Landeszupforchester Berlin steht in der über 200‑jährigen Tradition der Mandolinen‑ und Zupforchester. Aus den großen Laienensembles der Arbeiterschaft um 1900 entwickelte sich eine lebendige Musikkultur, in der die Mandoline als leicht zugängliches, preiswertes Instrument und als Symbol einer italophilen Heimatverbundenheit galt.

Üblicherweise wurden Orchester von Virtuosen geleitet, die gleichzeitig pädagogisch tätig waren. Sie waren Vorbild und Lehrer zu gleich. Neben Bearbeitungen großer Opern- und sinfonischer Werke entstand ein eigenes Repertoire, geprägt von Komponisten wie Carl Henze, Konrad Wölki und Kurt Schwaen.

Auch im geteilten Deutschland lebte diese Tradition weiter, auf der einen Seite im Vereinswesen, auf der anderen in Volksmusikgruppen. Nach der Wiedervereinigung entstand das heutige LZO Berlin.

Von 1990 bis 2010 formte Prof. Joël Betton das Orchester mit einem breiten Repertoire, neuen Kompositionen, internationaler Musik und der Förderung der Berliner „Jugend Musiziert“-Preisträger. Ihm folgte Ariane Lorch (2010–2014), welche in Berlin aufgewachsen und in Kassel Mandoline, Gitarre und Dirigat studierte.

Seit 2016 leitet Symeon Ioannidis das Orchester. Er stammt aus Thessaloniki, studierte Klavier und Dirigieren in Frankfurt, Weimar und Berlin und ist international als Dirigent, Opernkapellmeister, Ensembleleiter und Komponist tätig. Er arbeitete mit Orchestern in Europa, Asien und Südamerika, leitete CD‑Produktionen, gibt Seminare und ist Lehrbeauftragter an der Universität der Künste Berlin.

Das LZO Berlin präsentierte sich mehrfach bei den Eurofestivals der Zupfmusik, gastierte 2005 in Frankreich und realisierte erfolgreiche Projekte mit Bağlama‑Solisten wie Taner Akyol und Nevzat Akpinar.

Für das Eurofestival‑Zupfmusik 2026 in Bruchsal hat das LZO Berlin eine besondere Kooperation mit dem LZO Sachsen geplant, die auf mehreren gemeinsamen Probentagen und einer intensiven musikalischen Vorbereitung beider Orchester beruht.