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KonzertB19
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Das Australian Mandolin Ensemble (AME) wurde eigens für seine Europatournee im April/Mai 2026 gegründet. 38 Musikerinnen und Musiker aus ganz Australien wurden für die Teilnahme ausgewählt und treffen sich zu zweitägigen Proben in Lissabon, Portugal. Die Tournee endet mit einem Auftritt beim BDZ eurofestival Zupfmusik in Bruchsal, Deutschland.

Auf dem Weg dorthin gibt das Ensemble Konzerte in Porto, Logroño, Toulouse, Marseille, Lugano und Straßburg. Die jeweiligen Gastorchester dieser Städte haben sich großzügig bereit erklärt, Konzerte in ihren Städten zu organisieren, und an mehreren Orten wird das AME gemeinsam mit lokalen Ensembles auftreten.

Unter der Leitung von Musikdirektor und Dirigent Werner Ruecker präsentiert das Orchester neue und spannende Werke australischer Komponisten wie Richard Charlton, Robert Schulz, Stephen Lalor, Brent Keogh und Werner Ruecker.

Die beiden in Bruchsal aufgeführten Werke sind „Beyond the Never Never“ und „Yulugi – Dance of the Earth & Sky“. Richard Charltons „Beyond the Never Never“ wurde eigens für diese Tournee komponiert und wird beim BDZ eurofestival zupfmusik 2026 uraufgeführt. „Yulugi“ wurde von der Classical Mandolin Society of America für deren Tagung im vergangenen November in Portland, Oregon, in Auftrag gegeben und von Werner Ruecker komponiert.

Die meisten Orchestermitglieder nahmen kürzlich am Festival der Federation of Australasian Mandolin Ensembles teil, das im Januar in Melbourne, Australien, stattfand. (Siehe unten)

Detail-Informationen zu den im Konzert B19 vorgetragenen Stücken

Beyond the Never, Never

Beyond the Never, Never ist ein Stück für Solo-Flöte und Mandolinenorchester, dass Richard Charlton 2025 geschrieben hat.

Der Ausdruck „The Never Never“ tauchte erstmals im 19. Jahrhundert auf. Viele Menschen verwendeten ihn, um vermeintlich unbewohnte Gebiete des Landes zu beschreiben. Der Begriff hatte für verschiedene Menschen unterschiedliche Bedeutungen. Manche sprachen von diesem Land als einem Ort, an den niemand „niemals, niemals gehen“ wolle.
Der Ausdruck erlangte Bekanntheit, als J. M. Barrie ihn in Peter Pan (1904) für den Ort verwendete, an dem Peter und die verlorenen Jungen leben. In Australien wurde der Begriff auch durch Aeneas Gunns Roman „We of the Never Never“ (1908) populär.
„Beyond the Never Never“ wurde für Werner Ruecker, den Dirigenten des Australian Mandolin Ensemble, geschrieben und feiert die Widerstandsfähigkeit und den Zusammenhalt der Bewohner des australischen Outbacks sowie die wilde Schönheit und die rauen Landschaften des Landes.

Zur Inspiration für die einzelnen Sätze:

Der Kati Thanda-Lake Eyre ist Australiens größter Salzsee, der sich bei seltenen, aber heftigen Überschwemmungen, wie beispielsweise im Jahr 2025, in ein riesiges, temporäres Binnenmeer verwandelt. Viele der frühen australischen Entdecker glaubten, dass es jenseits der Flinders Mountains ein großes Binnenmeer gäbe, fanden es aber nie. Es ist ein kulturell bedeutsames Gebiet für das Volk der Arabana, die die Landrechte besitzen.

Die Große Sandwüste (The Great Sandy Desert) im Nordwesten Australiens erstreckt sich über die Pilbara- und die südlichen Kimberley-Regionen und reicht bis ins Northern Territory. Die Region hat ein arides bis tropisches Klima mit hohen Sommertemperaturen, die oft 50 °C übersteigen. Bekannt für ihre roten, länglichen Sanddünen, ist die Region dünn besiedelt und wird hauptsächlich von den indigenen Martu/Pintupi-Gemeinschaften bewohnt. Sie beherbergt einzigartige Wildtiere wie den Perentie und den Bilby.

Die zerklüfteten, verwitterten Gipfel und felsigen Schluchten der Flinders Ranges im Outback von Südaustralien zählen zu den dramatischsten und schönsten Landschaften des Landes. Die Region ist reich an Geschichte der Aborigines und Heimat einer vielfältigen Tierwelt.

Yulugi – Dance of the Earth & Sky

Yulugi – Tanz von Erde und Himmel ist ein aus einem Satz bestehndes Werk von Werner Ruecker.

Yulugi ist ein Wort aus der Gadigal-Sprache der Eora-Nation (Region Sydney, Australien) und bedeutet spielen, tanzen oder sich mit dem Geist bewegen. Diese Komposition ist ein zeitgenössischer Ausdruck dieser Idee, der moderne Harmonik und Tonalität einbezieht. Das Stück beginnt in Stille: ruhig, weitläufig, geerdet, die den Atem des Landes erahnen lässt. Allmählich erheben sich vielschichtige Synkopen und Harmonien und entfachen eine rhythmische Reise, die schließlich in einem feurigen und energiegeladenen Höhepunkt gipfelt. „Tanz von Erde und Himmel“ symbolisiert die Verbindung von Tradition und Innovation – den Puls des Landes trifft auf die Weite des zeitgenössischen Klangs.

Yulugi wurde von der Classical Mandolin Society of America für die CMSA-Convention 2025 in Portland, Oregon, in Auftrag gegeben. Als „Composer in Residence“ hat Werner Ruecker eine Komposition geschaffen, von der er hofft, dass seine Freunde in Nordamerika und darüber hinaus sie nicht nur als herausfordernd, sondern auch als musikalisch interessant, vielfältig und fesselnd empfinden werden.