Amateurmusik will Kürzung der Bundesförderung nicht sang- und klanglos hinnehmen

Veröffentlicht von Robert Draken am

Der Bundesmusikverband Chor & Orchester und seine Mitgliedsverbände appellieren an die Mitglieder des Deutschen Bundestags, den Amateurmusikfonds im parlamentarischen Haushaltsverfahren für 2027 wieder auf das für 2026 beschlossene Niveau von 4,6 Millionen Euro anzuheben. Der Regierungsentwurf sieht derzeit lediglich 3 Millionen Euro vor. Mit einem gemeinsamen Appell und einer Postkartenaktion macht die Amateurmusik auf ihr Anliegen aufmerksam.

„Gemeinsam rufen wir stellvertretend für die 16,3 Millionen Amateurmusizierenden in Deutschland alle politisch Verantwortlichen auf, unsere Leistungen für Gemeinschaft, kulturelle Teilhabe und gesellschaftlichen Zusammenhalt anzuerkennen und weiterhin auch finanziell zu unterstützen“, erklärt BMCO-Präsidentin Derya Türk-Nachbaur MdB.

Hoher Bedarf

In mehr als 100.000 Ensembles engagieren sich Amateurmusizierende für das Kulturleben in Deutschland – unentgeltlich, langfristig und lokal. Der BMCO und seine Mitgliedsverbände sehen den Amateurmusikfonds deshalb auch als wichtigen Impuls, der durch die Menschen vor Ort seine Wirkung durch ehrenamtliches Engagement, eigene Mittel, Kooperationen und weitere Unterstützungen vervielfältigt.

Der Amateurmusikfonds stärkt seit 2022 die zweitgrößte gesellschaftliche Bewegung in Deutschland – nach dem Sport. Der Fonds unterstützt Chöre, Orchester, Musikvereine und Organisationen bei Projekten, Nachwuchsgewinnung und Vereinsentwicklung. Zudem ermöglicht er, dass die Ensembles, die keine Förderung erhalten, trotzdem, z. B. durch das Infoportal frag-amu.de, gezielt unterstützt und mit Weiterbildungen zu aktuellen Themen durch die Verbände gestärkt werden. Gemeinsam kann sich die Szene dadurch für die Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Musizierenden einsetzen: von Bürokratieabbau über GEMA-Vereinfachung, musikalische Bildung und den Fachkräftemangel im Ganztag bis hin zur Anerkennung von Musik als Gesundheitsprävention. 

Der Bedarf ist seit Auflegen des Fonds deutlich höher als die vorhandenen Mittel: In den ersten drei Ausschreibungsrunden wurden rund 2.100 Anträge mit einem Fördervolumen von 25,89 Millionen Euro eingereicht. Gefördert werden konnten davon nur 644 Projekte – lediglich rund 30 Prozent der Vorhaben.

Die gemeinsame Erklärung (PDF) wird vom BMCO und seinen Mitgliedsverbänden getragen. 

Ensembles zu Postkartenaktion aufgerufen

Mit einer bundesweiten Postkartenaktion macht der BMCO die Bedeutung des Fonds gegenüber Bundestagsabgeordneten sichtbar. Amateurmusikensembles können kostenlos Postkarten an die für ihren Wahlkreis zuständigen Abgeordneten der Regierungsfraktionen versenden und so auf die Bedeutung des Amateurmusikfonds für ihre Arbeit aufmerksam machen (Webseite).

Kategorien: Allgemein

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